Flugbetrieb
Wetter Zumikon
Prognose
Wetter und Klima
Wetter ist der aktuelle Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit und umfasst Faktoren wie Temperatur, Niederschlag, Wind, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Klima hingegen beschreibt die langfristigen, durchschnittlichen Wetterverhältnisse über einen Zeitraum von meist 30 Jahren oder mehr in einer bestimmten Region.
Das Wetter bestimmt die unmittelbaren Flugbedingungen im Modellflugsport, während das Klima festlegt, unter welchen langfristigen Rahmenbedingungen geflogen werden kann. In warmen Regionen ist der Sport ganzjährig möglich, während in kälteren Gebieten die Saison kürzer ist. In den kalten Monaten, wenn das Fliegen oft nicht möglich ist, widmen sich viele Modellflugbegeisterte dem Bau und der Wartung ihrer Modelle.
Wind
Wohl kaum ein Modellpilot fährt auf den Modellflugplatz, ohne vorher in einer Wetter-App die Windverhältnisse zu prüfen, schliesslich entscheidet der Wind oft darüber, wie entspannt und angenehm das Flugerlebnis wird.
Wind entsteht durch Unterschiede im Luftdruck: Luft strömt dabei stets vom höheren zum tieferen Druck und setzt so die Atmosphäre in Bewegung. Wind ist die treibende Kraft des Wetters und lässt Wettererscheinungen wie Wolken, Niederschlag und Fronten entstehen. Beim Modellflugplatz Süessblätz verändern sich die Windverhältnisse je nach Jahreszeit und beeinflussen dadurch die Flugbedingungen für den Modellflugbetrieb.
- Ganzjährig häufig: West- bis Südwestwind.
- Winter und Frühjahr: Häufige Bise aus Nordost bis Ost, oft trocken, kalt und relativ konstant.
- Bei Föhnlagen: Zeitweise Süd- bis Südostströmung mit böigem und turbulenterem Wind.
- Sommer: Zusätzlich lokale thermische Windsysteme rund um Greifensee und Pfannenstiel, meist eher schwach ausgeprägt.
Turbulenzen
Je nach Windsituation kann es aufgrund der Topographie des Geländes am Süessblätz zu Verwirbelungen und Turbulenzen im Flugraum kommen. Turbulenzen sind unregelmässige und verwirbelte Luftbewegungen, bei denen Windrichtung und Windstärke ständig wechseln. Sie können Flugmodelle plötzlich anheben, absenken oder seitlich versetzen. Das Modellfliegen bei turbulenten Bedingungen erfordert deshalb etwas Erfahrung und ist nicht jedermanns Sache.
Als fliegerische Herausforderung kann sich auf dem Süessblätz bei Bisenlage am Pistenende in Richtung Zumikon infolge einer Geländesenke ein Rotor bilden. Da bei Nordostwind aus Richtung Zumikon gelandet wird, müssen die Flugmodelle diesen turbulenten Bereich vor dem Aufsetzen durchfliegen. Das kann zu abrupten Lageänderungen und kritischen Fluglagen in Bodennähe führen, was bereits einigen Modellen zum Verhängnis wurde.
Rotoren entstehen als horizontale Luftwalzen, wenn Wind über Hindernisse wie Berge strömt oder in Bodensenken absinkt, und sie drehen sich, weil die schnelle obere Luftströmung die träge, durch Bodenreibung verlangsamte Luft in der Tiefe mitreisst und so eine rotierende Walze im Tal oder hinter der Kante angetrieben wird.
Thermik
Geübte Modellsegelpiloten können ihre Segelflugzeugmodelle dank günstiger thermischer Bedingungen am Süessblätz oft lange ohne eigenen Antrieb in der Luft halten. Besonders an sonnigen Tagen entstehen über dem offenen Gelände und den umliegenden Flächen thermische Aufwinde, sogenannte Thermik, welche Segelflugmodelle in die Höhe tragen und gezielt genutzt werden können.
Thermik entsteht, wenn die Sonne den Boden erwärmt und dieser wiederum die darüberliegende Luft aufheizt. Die erwärmte Luft wird leichter als die Umgebungsluft und steigt als Aufwind nach oben. Besonders gut entwickelt sich Thermik über Flächen, die sich stark erwärmen, etwa über Äckern, frisch gemähten Wiesen, Strassen, Parkplätzen oder trockenen Hängen. Über Wäldern, feuchten Wiesen oder Gewässern entsteht dagegen meist weniger Thermik, da sich diese Flächen langsamer und gleichmässiger erwärmen.
Thermik lässt sich oft dort finden, wo Vögel wie Störche oder Milane ohne Flügelschlag kreisend in der Luft an Höhe gewinnen, indem sie die aufsteigende Warmluft nutzen. Auch Cumuluswolken gelten häufig als Hinweis auf vorhandene Thermik.
Neben den aufsteigenden Warmluftströmungen muss die umgebende Luft nachströmen und teilweise wieder absinken. Dadurch entstehen rund um den Thermikschlauch oft turbulente Übergangsbereiche und Verwirbelungen. Besonders beim Ein- und Ausfliegen in die Thermik können diese Luftbewegungen für Segelflugmodelle deutlich spürbar sein.
Nebel
Während tiefere Lagen rund um den Greifensee oft unter Hochnebel liegen, befindet sich der Modellflugplatz Süessblätz aufgrund seiner etwas höheren Lage nicht selten knapp über der Nebelgrenze in der Sonne, was auch in der kalten Jahreszeit gute Bedingungen für den Modellflug ermöglichen kann.
Nebel ist nichts anderes als eine Wolke mit Bodenkontakt. Wenn die Luft abkühlt, erreicht sie irgendwann den sogenannten Taupunkt. Ab dieser Temperatur kann sie den enthaltenen Wasserdampf nicht mehr gasförmig halten und er kondensiert zu winzigen, sichtbaren Wassertröpfchen, wodurch sich die Wolke am Boden bildet.
Begünstigt wird dies besonders durch feuchte Luft, schwachen Wind sowie klare und kühle Wetterlagen, wie sie häufig bei Hochdruckwetter auftreten. Die physikalischen Gründe dafür sind:
- Klare Nächte sind perfekt, weil der Boden dann ungehindert Wärme ins All abstrahlen kann und extrem abkühlt (Radiationsnebel).
- Schwacher Wind ist wichtig, weil starker Wind die Luftmassen zu sehr durchmischen und die feuchte Schicht am Boden auflösen würde. Ein ganz leichter Luftzug hilft dagegen sogar, die Abkühlung ein paar Meter nach oben zu verteilen.
- Hochdrucklagen sorgen genau für diese stabilen, windarmen und klaren Bedingungen.
Auch der Süessblätz kann bei Hochnebellagen unter der Nebeldecke verschwinden, wenn sich die kalte und feuchte Luftschicht bis in die Höhe des Modellflugplatzes ausdehnt. Die schlechte Sicht verunmöglicht dann das Modellfliegen.